Wenn das Finanzamt das Konto sperrt

9. März 2013

Es passiert schneller als man denkt, man gerät in in finanzielle Schwierigkeiten, verschuldet sich und sieht ein Land mehr und kommt selbst mit den Steuern nicht hinterher. Eine Kontopfändung durch das Finanzamt ist dann keine Seltenheit mehr, kann aber auch durch vernünftiges Verhalten selbst bei finanziellen Schwierigkeiten verhindert werden.

Wie kommt es zu einer Kontosperrung?

Steuerschuld

GG-Berlin / pixelio.de

Zu einer Kontopfändung seitens des Finanzamtes kommt es, wenn eine Steuerschuld nicht beglichen wurde. Bevor es zu einer Kontopfändung kommt, durchlaufen beide Parteien (das Finanzamt und der betroffene Steuerzahler) jedoch mehrere Schritte.

Zunächst muss eine Steuerschuld fällig werden. In der Regel trifft dies bei regulären Arbeitnehmern nicht zu, weil bei ihnen die Steuern schon automatisch vor der Lohnauszahlung abgeführt werden. Besonders betroffen sind die Gruppe der selbständig Arbeitenden oder der Gewerbetreibenden, also der Freiberufler. Hier könnte man sogar von einer Gefährdung sprechen, denn wenn Jahresbeiträge an Steuern fällig werden – beispielsweise nach Abschluss des ersten Jahres der Selbständigkeit –, dann kann das eine große Summe sein.

Wenn ein regulärer Arbeitnehmer ein Gewerbe im Nebenberuf betreibt, dann werden auch hier Steuern fällig, für deren Entrichtung er selber verantwortlich ist. Auch besteuerte Kapitaleinkünfte oder Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung können bei Nichtzahlung gepfändet werden.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

In den wenigsten Fällen kommt es allerdings aus heiterem Himmel dazu. Wer Geld verdient, weiß: darauf werden Steuern fällig. Der kluge Mensch wird also vorausschauend Beträge auf die Seite legen, um dann beim Erhalt des Steuerbescheids nicht vor unüberwindlichen Problemen zu stehen.

Kann er die Steuerschuld weder ganz noch zum Teil begleichen, empfiehlt sich sofort ein persönlicher Termin beim Finanzamt, um abzusprechen, wie man die Steuern abzahlen kann. Die wenigstens Finanzämter werden sich einer Ratenzahlung verschließen, wenn der gute Wille zum Zahlen ersichtlich ist.

Hat man das wiederum versäumt, und ist die Frist zum Zahlen der Steuern verstrichen, verschickt das Finanzamt (meist nach einer Kulanzfrist von einer Woche) eine Mahnung mit einer erneuten First. Wird auch die missachtet, folgt ein Schreiben mit Androhung einer Zwangsvollstreckung. Das Finanzamt ist allerdings nicht zu diesem Schreiben verpflichtet, sondern kann auch sofort pfänden. Dies tritt insbesondere dann ein, wenn Gefahr besteht, sonst keine Steuerschuld mehr eintreiben zu können oder weil keine Adresse des Steuerschuldners bekannt ist.

Die Zwangsvollstreckung kann eine Pfändung des Kontos sein, aber auch eine Pfändung von Vermögenswerten. Die Kontopfändung ist allerdings am beliebtesten, weil hier ohne viel Aufwand sofort Geld eingezogen werden kann. Weil der Gepfändete dann auch mehrere Wochen nicht an sein Konto herankommt, wird ihm das Überleben sehr schwer gemacht. Selbst der hartnäckigste Steuersünder wird hier einlenken. Das Finanzamt pfändet nämlich in der Regel auch sämtliche Konten.

Was tun, wenn es doch so weit kommt?

In jedem Fall ist das ruhige, sachliche Gespräch zu suchen. Zwar treiben die Finanzämter in den Zeiten klammer Kassen mit aggressiveren Mitteln überfällige Steuerschulden ein, aber man kann davon ausgehen, dass sie es nicht aus Freude daran tun, sondern eher an einem einvernehmlichen Prozess interessiert sind.

Man darf nicht vergessen, dass die Finanzämter hier am längeren Hebel sitzen. Selbst wenn die Kontopfändung fälschlicherweise vorgenommen wurde, muss das Finanzamt erst überzeugt und dann dazu gebracht werden, dies schriftlich zu bestätigen, damit der Betroffene dann wiederum seine Bank zur Freischaltung seines Kontos bewegen kann.

Mit einer Steuerpfändung werden viele Beziehungen strapaziert, zwischen Finanzamt, Bank und Kunden. Besser ist es, sie von vornherein zu vermeiden.

One Comment

  • kreisl 5. Dezember 2015 at 9:51

    Ich sage nur das Kontopfändungen verboten gehören uns der Passus gestrichen und das ersatzlos

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